„… um James zu treffen.“

Texte aus der Schreibwerkstatt

Als mein Fahrrad plötzlich anfing, zu fliegen …

Franzi, 12 Jahre, 24.11.2020

… klang es wie Musik in meinen Ohren. Nachdem ich den Wind in meinen Ohrenpfeifen hörte und mein Fahrrad stetig an Höhe gewann. Zu meinem Erleichtern hatte ich den Rückenwind und konnte so ungestört in die Pedale treten und so schnell wieder zum Palast fliegen, wo man mich hoffentlich nicht vermisste, denn sonst würden sie bemerken, dass ich mich wieder mal heimlich hinausgeschlichen hatte, um James zu treffen.

Als ich eines Morgens …

Julia, 11 Jahre, 24.11.2020

… die Haustür öffnete und mich auf den Weg zur Schule machte, hatte ich ein seltsames Gefühl, als ob mir etwas Wichtiges entgangen wäre. Ich sah schon von Fernem das knallblaue Schulgebäude, da fiel mir auf, dass heute alle Menschen rückwärts liefen! Hä? Ich erinnerte mich an ein Zitat von Pippi Langstrumpf: „Leben wir nicht in einem freien Land, darf man nicht gehen wie man will?“ Hatte unser Land etwa beschlossen, von einem Tag auf den anderen rückwärts zu gehen?

Friedensnobelpreis für Goldfische

von Dosenobst, 11 Jahre, 7.11.2020

Guten Tag liebe Leser,

an diesem heutigen Tag möchte ich euch mein Leben als Goldfisch (lat. Lat. Carassius auratus) näher beschreiben. Mein rechtmäßiger Besitzer ist Tomas Derek, Vater der Familie Derek. Er gab mich weiter an seinen Sohn, Elias Derek, der sich nur mäßig an seine Pflichten hält. Er ist ein suboptimaler Fischbesitzer. Bei meinen nicht vorhandenen Barteln, ich sollte meine sonst so gepflegte Sprache zügeln. Für die Beteiligten der menschlichen Gesellschaft (lat. Homo Sapiens), die zu wissen glauben, Goldfische wüssten kein gepflegte Sprache zu verwenden und würden auch, abgesehen davon, über keinen hohen IQ verfügen, kann ich bedauerlicherweise ihre Erwartungen nicht erfüllen. Wir Goldfische, Angehörige der Familie der Karpfenfische sind sehr intelligente Tiere. Es ist eine wahrhaft dermaßige Enttäuschung, dass wir nicht im Stande zu sind, einen IQ-Test zu vollbringen. Die Menschheit erweist uns ohne weiteres nicht den uns zustehenden Respekt! Jedoch versuche ich mit dem Niederscheiben meiner Lebenslage unsere Unterdrückung bekanntzugeben. Gegebenenfalls gewinne ich den Friedensnobelpreis für Goldfische in der Literatur. Nun denn verehrte Leser, bedauerlicherweise betritt der Sohn meines rechtmäßigen Besitzers das Zimmer, um mich mit billigen Fischflocken zu füttern. Au revoir, meine Freunde, auf respektvollen Umgang mit Goldfischen!

Was für eine Sch****

Das physikalisch bewiesene Glühwürmchen, 12 Jahre, 24.11.2020

Als Herr Schnabel die Treppe hochrannte und rief: „Was für eine Scheiße!“, wusste ich, dass es 14 Uhr war. Er kam immer 14 Uhr nach Hause und brüllte, dass es keinen Aufzug gibt.

Ella. Das schönste Rattenmädchen aller Zeiten.

Glückskind, 11 Jahre, Nov. 2020

Ratte Alf und das Schulleben

„Zehn vor Acht! Wo bleibt mein Frühstück?“ Langsam werde ich echt sauer! Diese Schüler sind so unzuverlässig! Nie kommt mein Essen pünktlich! AH DA KOMMEN SIE JA! Emma, Lara und Jas-irgendwas. Aber egal, es war doch noch irgendwas! Was nur? Ah genau! Ich bin der Alf, aber alle nennen mich Ali (abgesehen von den Jungs) Ich bin die Ratte der Alfred-Muska-Schule und alle mögen mich, bis auf der Hausmeister, die Lehrer und die Schüler. Ich lebe in einem viel, viel, viel zu kleinen Käfig (Käfig? Ich meine, Käfig ist was für olle Mäuse, aber nicht für mich) hinten in einer Ecke im Biologieraum. Hute kommt eine Klasse aus Frankreich, ich hoffe, wenigstens sie schätzen mich! Noch rein lange Stunden muss ich mir das Gelaber über Fische, Zellen und Regenwürmer Dann werde ich endlich von dem einzigen Menschen, der mich zu schätzen weiß, abgeholt und ich werde sechs ganze Wochen mit ihm verbringen. Er ist da: John! Der Beste aller Zeiten. Er kommt auf mich zu und holt mich aus dem Käfig heraus. Als erstes streichelt er mich. Ach wie schön! Nun holt er eine Transportbox (Was, das gibt es ja nicht) hinter seinem Rücken hervor. Erst weigere ich mich, doch dann sehe ich Mimi und Ella, die zwei Rattendamen von nebenan und John setzt mich nun mühelos in die Box. Ich kann es nicht glauben, ich bin mit Ella in einer Transportbox. Mit ELLA! Das schönste Rattenmädchen auf Erden. Das werden die schönsten Ferien aller Zeiten!

Pech für Franzi

Lore Kaffeekanne, 11 Jahre, 18.11.2020

Hallo,

ich bin Franzi, eine Henne, und will euch von meinem schlimmen, traurigen und schockierenden Ereignis erzählen. Ich bin heut früh um 5 aufgewacht und bin mit meinen Kameraden Jane und Naddeln ins Freie gehoppelt. Wir haben ein bisschen rumgepickt  und über unseren Geburtstag geredet, der am 2.12. stattfinden soll, aber um 6 Uhr kam dann eine böse Überraschung über den Zaun gesprungen, der FUCHS. Ich rannte um mein Leben, Naddeln auch, aber Jane hatte schon seit ein paar Tagen eine Verletzung am Fuß und hinkte. Zuerst hatte der Fuchs natürlich Jean bekommen. Naddeln und ich schrien so laut wie wir konnten. Da kam unsere Besitzerin im Schlafanzug, aber nicht schnell genug, denn der Fuchs hatte auch schon Naddeln gepackt – sie hatte nur noch einen Flügel. Unsere Besitzerin rief jemanden, verscheuchte den Fuchs und weinte. Sie sperrte mich ein dann hörte ich wie eine Axt auf schlug und somit auch das letzte Gackern von Naddeln. Ich wusste dass das sein musste, aber sie hat zu sehr gelitten und es zerbrach mir trotzdem das Herz. Einige Stunden später kam dann eine andere Henne zu mir. Sie heißt Katarina und ist noch ganz klein. Ich bin zwar noch traurig, aber nicht alleine.

Achtung

Knalltüte, 11 Jahre, 24.11.2020

Als  ich plötzlich einen dringenden Bedarf bekam, etwas zu essen, ging ich in die Küche und öffnete den Kühlschrank. Ich glaubte meinen Augen kaum. Rechts neben der Butter hockte ein wischmoppähnliches Etwas und futterte den Rest des Kuchens auf. Es glotzte mich kurz an und wandte sich dann wieder dem köstlichen Kuchen zu. Als es fertig war, rülpste es ziemlich laut. ACHTUNG! Wer sich nicht für den Rest seines Lebens den Appetit verderben will, liest am besten nicht weiter. Denn das, was es jetzt machte, wird dich für den Rest deines Lebens verstören und sogar deine schönsten Träume zu Albträumen machen…

Als Mama nach Hause kam und ich ihr freudig erzählte, dass ich in der Klassenarbeit eine Eins bekommen habe, ging sie einfach an mir vorbei, ohne ein Wort mit mir zu wechseln. „Mama, freust du dich nicht?“ Wieder keine Antwort. Traurig ging ich in mein Zimmer und fragte mich, was ich falsch gemacht habe. Eine halbe Stunde später hörte ich erneut einen Schlüssel im Schloss. Papa! Ich rannte erneut runter und startete einen neuen Versuch. „Papa, ich habe heute eine Eins in Englisch bekommen.“ Aber auch er antwortete nicht. Es war so, als wäre ich unsichtbar für alle. Aus der Küche hörte ich nun die Stimmen meiner Eltern „Hi, wie war die Arbeit?“ „Ja, ganz gut. Aber hast du Sara gesehen?“ „Nein. Sicher ist sie drüben bei Stella!“ Ich verstand die Welt nicht mehr. Was war denn da los?

Egal, … Essenszeit

Schneewittchen, 11 Jahren, November 2020

Oje, jetzt kommt mein Herrchen und will mich wieder pflegen und bürsten. Dabei versuche ich ihm fast jeden Tag klarzumachen, dass ich nicht jeden Tag Pflege will. Aber wie soll ich es ihm mit meiner Körpergröße sagen? Um ehrlich zu sein, ich bin ziemlich klein und flauschig – behauptet zumindest mein Herrchen. Aber meine Freundin Monica, die Maus, versichert mir immer, dass ich groß und rund sei. Also wem soll ich jetzt dann glauben? Auf jeden Fall glaube ich meiner Mutter. Sie meint, ich bin genau richtig. Naja, es liegt wohl daran, dass mein Herrchen mega groß für mich ist. Monica dagegen ist kleiner und aus ihrer Perspektive bin ich wohl groß. Egal, es ist jetzt Essenszeit für mich. Mmh! Lecker, Radieschen, Möhren und Gurken – außerdem frisch. Einfach lecker. So, bin satt und gehe schlafen. Gute Nacht!

Alles Roger bei allen?

Knalltüte, 11 Jahre, 17.11.2020

6:30 Uhr. Ich wache auf und gebe seltsame Geräusche von mir: „Piep! Piep!“ Winnie wird geweckt und stöhnt. Ich weiß, was sie denkt: Das Handy klingelt, ich muss aufstehen und mich für die Schule fertigmachen. Genau, ich bin das Handy von Winnie, also ich arbeite im „Kopf“-Bereich. Das heißt, ich bin dafür zuständig, auf verschiedene Anweisungen einzugehen. Wenn der Wecker klingeln soll, muss ich Marry, der Tierexpertin, Bescheid sagen, die kleinen Küken ins Mikro piepen zu lassen, bei Selfies dem Fotografen Leo und, und, und…klingt kompliziert – ist es auch.

Winnie versuchte vergeblich, mich auszuschalten – ihr gelang es auch, aber dabei schmiss sie mich runter. Es war wie ein Erdbeben. „Autsch!“ Ich richtete mich wieder auf und griff zum Mikrofon und machte eine Durchsage: „Alles Roger bei allen?“ Ich hörte 1, 2 dumpfe Worte, die wir „ja“ klangen. In diesem Moment erschien auf meinem Knopfpult „5% Akku“ in roter Leuchtschrift. Winnie steckte Norbert an mich an. „Norbert, altes Haus, wie geht’s?“ Das Ladekabel brummte nur: „Ich hatte gerade so schön geträumt“ zurück. 10 Minuten später wurde ich von Winnie hochgenommen, auf Flugmodus geschalten und komplett ausgemacht. Das war unser Zeichen. Winnie musste zur Schule und in diesem Zeitraum, von 7:45 Uhr bis 13:15 Uhr, hatten wir Freizeit. Yeah! „O.K. Zentrale, ihr könnt jetzt euren Posten verlassen. Mittagspause! Wir sehen uns um 13:15 Uhr wieder“, sagte ich und zog meine Schuhe und Uniform aus und schmiss mich aufs Bett. Ich brauchte auf jeden Fall nochmal eine Mütze Schlaf! Viel später wurde ich von der Blinkwarnung geweckt. Ich schlug die Augen auf und versuchte, die Buchstaben zu entziffern. WINNIE WILL IHR HANDY EINSCHALTEN! Ich sprang auf, riss mir den Schlafanzug vom Leib und versuchte, mir die Uniform anzuziehen. Ich machte gerade den letzten Knopf zu und da kam schon die nächste Eilmeldung.

Knalltüte, 11 Jahre

Wieder ein Spiel mit Wörtern,
Dezember 2020
Advent, Schokoladenpapier, gebrannte Mandeln, Kerzenlicht, Einschränkung

„Der Geruch von gebrannten Mandeln…“

von Dosenobst , 11 Jahre

Als ich auf der Rückbank im Auto saß und mir überlegte, was ich alles auf dem Weihnachtsmarkt unternehmen wollte, hörte ich ein merkwürdig knatterndes Geräusch. Es kam von unserem Auto. Papa fluchte, Mama murmelte sich selbst ein paar unverständliche Worte zu und meine kleine Schwester fing an zu schluchzen. So ein Mist aber auch, ausgerechnet heute hatte das Auto seinen Geist aufgegeben. Wir wollten auf den Weihnachtsmarkt, die einzige Attraktion, die unser kleines Dorf zu bieten hat. Aber unter dieser Einschränkung ging das natürlich nicht. Ich fühlte ein Schokoladenpapier in meiner Tasche und dachte daran, was ich jetzt alles verpassen würde. Der Geruch von gebrannten Mandeln, der Kakao, das viele Kerzenlicht, das alles erleuchtete.

Papa fluchte nochmal und Mama schlug vor, nach drinnen zu gehen und Plätzchen zu essen. Bis nächstes Jahr, Weihnachtsmarkt!

Dosenobst,

„Das Knistern des Schokoladenpapiers“

von Knalltüte, 11 Jahre

Das Kerzenlicht flackerte, als mein kleiner Bruder versuchte, die Kerze durch die Nase auszupusten. Mit einem Schlag wurde mir klar, dass heute schon der zweite Advent war. Bald war schon Weihnachten. Aber irgendwie konnte ich mich dieses Jahr nicht so freuen. Die ganzen Coronaregeln und die Einschränkungen machten mich fast wahnsinnig! Nicht einmal einen Adventsmarkt gab es dieses Jahr. Das Knistern des Schokoladenpapiers riss mich aus meinen Gedanken. Linus packte gerade die Schoki aus seinem Adventskalender aus und stopfte sie sich in den Mund. Da fiel mir ein, dass ich heute mit dem Mama-Adventskalender dran war und ging sofort zu der Wäscheleine mit den süßen kleinen Säckchen dran. Ich holte aus dem Säckchen mit der Nummer 9 einen kleinen vergilbten Zettel heraus. Auf dem Zettel stand in Mamas Handschrift geschrieben: „Das hier ist ein Gutschein dafür, mit deiner lieben Mama zusammen selber gebrannte Mandeln zu machen.“ Mein Herz hüpfte, wenigstens etwas Tolles in dieser Krisenzeit.

Hoffnung auf Gnade

von Frohnatur, 11 Jahre

Kein fairer Deal!

Lasst euch nie auf eine Wette mit dem schlimmsten Typen der Schule ein! Denn wenn ihr die verliert, könnt ihr die Hoffnung auf Gnade zu Hause lassen. Wenn du jetzt denkst, `phaa, als ob ich auf die hören würde‘, glaub mir, ICH habe Erfahrung damit. Denn ich selbst habe diesen Fehler begangen und ihn zutiefst bereut! So kam es dazu: Ich hatte schon immer eine große Klappe und bin dadurch immer in Schwierigkeiten geraten. Eines Tages habe ich dann den fiesesten Typen der Schule mit einem Wort bezeichnet, das die menschliche Ausscheidung beschreibt. Daraufhin habe ich versucht, mich rauszureden und bin in einen noch größeren Schlamassel geraten, der mit dem Weihnachtsmarkt, gebrannten Mandeln und einem Schoko-Weihnachtsmann zu tun hatte… So, das war meine Geschichte und ich hoffe, ihr wurdet ausreichend belehrt. WAS? Hast du im Ernst erwartet, dass ich dir meine ganze Geschichte erzähle? Ohhh nein. Das wäre super peinlich! Du würdest dich kringelnd auf dem Boden Wellen verlachen! Außerdem würdest du denken: Man, wie kann man denn bitte so eine große Klappe haben! Na ja, ich weiß nicht, irgendwie kann ich nie den Mund halten! Einen Kommentar hier, eine Bemerkung dort. Früher war das alles nicht so wild, aber seit ich aufs Gymnasium gehe…

„Bärenköpfe im Schein der Kerzen“

von Schneewittchen, 11 Jahre

Als ins Bett ging, gab mir meine Mutter einen Gutenachtkuss und sagte: „Schlaf schön, mein Schatz.“ Sie ging. In dieser Nacht träumte ich, dass ich auf dem Weihnachtsmarkt gelandet war. Ich wollte schon Riesenrad fahren, da entdeckte ich ein Zelt. Es war das einzige Zelt mit einer Kerze zur Beleuchtung. Ich ging hinein. Da saß eine alte Frau auf einem kleinen Sofa. Das Sofa war mit Büffelfell überzogen. An der Wand hingen Tausende von Geweihen. Erst jetzt kapierte ich, dass ich in einer Jagdhütte gelandet war. Die Bärenköpfe im Schein der Kerzen starrten mich an und machten mir Angst. Ich ging schnell raus. Ich kam an einen Stand mit gebackenen Mandeln. Dort duftete es … Ich konnte einfach nicht anders und wollte mir einige kaufen, doch da merkte ich, dass ich kein Geld hatte. Schweißgebadet wachte ich auf. Ich schaute auf die Uhr. Erst um Sechs. Trotzdem stand ich auf, obwohl Sonntag war. Nikolaustag! Ich rannte zu meinen Stiefeln und fand tatsächlich Schokolade, Kekse und Bonbons. Ich schnappte mir ein Schokoladenstück, riss das Schokoladenpapier auf. Hm, lecker. Es wurde noch ein toller Nikolaustag.

Schneewittchen, 11 Jahre

Vom Rentier und Wichtel

von Eli, 11 Jahre

Als ich meine Schokolade vom Schokoladenpapier löste und hinein biss, sah ich etwas, was ich noch nie gesehen hatte… da stand ein Rentier mit roter Nase, mitten auf dem Weihnachtsmarkt. Als ich dahin lief, sah ich, dass dort außerdem noch ein kleiner Wichtel war, der mir zu winkte und irgendetwas Unverständliches rief. Als ich bei ihm ankam, bot er mir eine gebrannte Mandel an, die mit Schokolade überzogen war. Doch als ich hinein biss, schmeckte ich Zuckerwatte und Kakao.

Das Rentier und der Wichtel erzählten mir, dass der Weihnachtsmann wegen der Corona-Einschränkungen nicht kommen kann und ich ihn vertreten sollte…

Kater Rüdiger

„Seit Ende August fehlt er vielen schmerzlich: Rüdiger, der Kater

vom Parkfriedhof Leipzig Plagwitz. Was mit dem Seelsorger auf vier Pfoten, dem es gelang, traurige Menschengesichter ob seiner puren Präsenz im Nu zu erhellen, geschah, bleibt ein Rätsel. Doch Friedhofsleiter Jürgen Süß hat […] wieder ein wenig Hoffnung geschöpft. „[…] Aus der LVZ, 30. November 2020

Kater Rüdigers Kunde vom Verschwinden erreichte auch unsere Schreibwerkstatt. Sie sorgte für Empörung und inspirierte einige Kinder, zu Stift und Papier zu greifen….

WAS passierte Denn da?

Meine Vermutungen (von Schneewittchen, 11 Jahre)

  1. Rüdiger ist geklaut worden.
  2. Er ist einer alten Dame gefolgt und nie zurück gekommen.
  3. Der Friedhof ist ihm zu langweilig geworden.
  4. Er ist vielleicht einem Schmetterling gefolgt und findet sich nicht mehr zurück.
  5. Er hat sich verlaufen.
  6. Vielleicht hat er eine Freundin gefunden und sie sind weggegangen.

Hell und dunkel (von Glühwürmchen-Erez, 12 Jahre)

Rüdiger war der Hüter der Toten und passte auf, dass kein Gestorbener sein Grab verlässt. Doch eines Tages kam der Katzenherr und verlangte, dass er die goldene Flamme findet… Sonst wäre unser Reich verloren!

Gekidnappt (von Bücherpinguin, 11 Jahre)

Ich schaute auf die Uhr. „Schon 15 Uhr“, miaute ich laut auf. „Schnell ein Versteck finden, schnell, schnell, schnell, schnell!“ Diese Frau! Sie hatte mich mit Futter in ihr Auto gelockt und dann in ihre Wohnung gebracht. Sie schlug und beschimpfte mich und ließ ihre Wut an mir aus. Puh, endlich ein Versteck gefunden.

Sie kam immer um 15 Uhr. Ich hatte mich diesmal hinter der Garderobe versteckt, direkt neben der Haustür. Ein Schlüssel klapperte. ‚Da kommt sie wieder‘, dachte ich. Aber als die Tür sich öffnete, stand da nicht die Frau, sondern zwei Polizisten. Sie ließen die Tür offen. Ich erkannte meine Chance und flitzte nach draußen. Aber die Polizisten folgten mir. Einer erwischte mich und nahm mich auf den Arm. Ich zerkratzte ihm die Nase, aber er ließ nicht los. Sie hievten mich in ihr Auto. Eine Ewigkeit später stoppten sie und ließen mich raus. Ich erkannte den Ort. Es war der Friedhof! Jürgen Süß kam auf mich zu und rief: „Rüdiger, du bist wieder da!“ Als er näher an mich herantrat, bemerkte er, dass ich üble Schrammen hatte. Er brachte mich zum Tierarzt, ich bekam aber nicht so viel davon mit. Alle freuten sich und die Frau wurde zu einer Geldstrafe von 20 000€ verurteilt.

Das Spiel mit 5 Wörtern

Lüfte, allein, Schule, Lieblingsfisch, Ultramarin

Meine Geschichte

Hallo, ich bin Niklas und ich gehe in die 6. Klasse in das Alice-J.Gymnasium. Mir gefällt meine Schule sehr gut. Bei uns in der Schule haben wir sogar ein großes Aquarium. Immer nach dem Unterricht gehe ich dort hin. Ich mag das Aquarium, weil ich einen Lieblingsfisch dort drinnen habe. Mein Lieblingsfisch heißt Samuel. Samuel hat glänzende, ultramarinblaue Schuppen.  Ich verbringe oft 2 Stunden bei meinem Lieblingsfisch, weil ich Zuhause immer alleine bin.

Ihr fragt euch bestimmt, warum ich allein bin. Ich werde es euch sagen. Meine Mutter jobbt als Bürofrau und muss bis 17 Uhr arbeiten. Mein Vater ist Apotheker. Als Apotheker muss man auf seine Gesundheit achten und man sollte nicht krank werden. Deshalb schließt mein Vater die Apotheke jetzt erst 23:30 Uhr, da er noch 30 Minuten lüften muss. Also siehst du jetzt, wie lange meine Eltern arbeiten müssen.

Schneewittchen, 11 Jahre, 6.11.2020

Traurig, Neugierig, Ich, Elfe, Schuldirektor

Das bin ICH! Ella Groß, 9 Jahre alt. Leider habe ich ein riesiges Problem. Meine Größe. Denn mein Nachname passt gar nicht zu mir. Ich bin winzig und werde damit auch oft geärgert. Dazu aber gleich mehr. Erst einmal noch etwas zu mir. Ich bin sehr neugierig, gehe klettern und spiele Gitarre. Traurigerweise ist meine Größe nicht mein einziges Problem. Denn mein Gesicht ist einfach nur erschreckend. Meine kleine Knuppelnase sitzt schief in meinem Gesicht, mein Mund ist nicht so schön kirschförmig wie die der anderen und von meinen Augen will ich erst gar nicht anfangen. Lenas Augen (das hübscheste Mädchen der Klasse) sind himmelblau, Leons tiefgrün, Annas kastanienbraun und meine…hundehaufenhellbraun. Alle aus meiner Klasse nennen mich nur Kobold.

Mama sagt immer, ich wäre ihre kleine Elfe. Aber mal im Ernst, sehe ich nach dieser Beschreibung für euch aus wie eine Elfe? Genau, eben nicht. Die Lehrer kriegen es nie mit und wenn sie dann mal hören, wie alle mich nennen, müssen meine Mitschüler höchsten zum Schuldirektor. Ihr fragt euch vielleicht, wieso ich sage, dass sie nur zum Schuldirektor müssen. Das kommt so: Meine Familie ist riesengroß. Alle waren schon an dieser Schule und ihr könnt euch sicherlich vorstellen, wie oft der Schuldirektor meinen Nachnamen schon gehört hat. Dazu kommt noch, dass meine Vorgänger auch nicht die bravsten Schüler waren. Im Gegenteil, sie haben ganz schön viel Mist gebaut. Naja, und deshalb mag der Schuldirektor auch mich nicht besonders gern. Zu mir und meiner Lehrerein sagt er immer nur, dass das „Necken“ doch nicht so schlimm wäre. Eigentlich wünscht man das ja niemandem, aber diesem alten Griesgram würde ich ja mal empfehlen, in Rente zu gehen.

Knalltüte, 11 Jahre, 09.11.2020

Glücksdrache, Kind, Kranich, Herbst, Schletterstraße

Das Kind, das einen Drachen sah

Die 9-jährige Nelli wachte mit ihrem Kuscheltier-Kranich in ihrem Bett in Berlin durch ihren schrillen Wecker auf. Sie hatte heute Nacht wieder einen Traum. Ihre Träume werden so gut wie immer wahr. Neulich hatte sie geträumt, dass der Nachbarshund auf sie zustürmt (was er sonst nie macht) und sie abschleckt, und als sie am nächsten Morgen aus der Haustür in der Schletterstraße 9 trat, sah sie einen Mischling auf sich zu rennen und 2 Sekunden später fand sie sich auf dem Boden wieder, wo Marry sie abschleckte.

Heute hatte sie geträumt, dass sie in den Park geht, der ziemlich abgelegen war und der Herbstwind um ihre langen braunen Haare fegte. Sie schaute in den Himmel und sah sich die sich ständig bewegenden Wolken an. Plötzlich sah sie einen Schatten, der auf sie zuschoss. Als das Wesen näher kam, wusste Nelli, dass, was auf sie zukam, nichts Normales war. Das spürte sie einfach. Das Wesen machte vor Nelli halt und sie sah ihm direkt in die bunten Augen. Sofort strömte durch Nellis Körper ein wohliges Gefühl. Sie sah es sich genau an und merkte, dass es ein Drache war, um genauer zu sein, ein Glücksdrache. Nelli konnte es nicht glauben und plötzlich fing er auch noch an zu sprechen: „Hallo Nelli, ich bin Kamin, ich will dir nichts Böses – im Gegenteil. Du bist ein ganz schön pfiffiges Mädchen. Man merkt es nur, wenn man ein Glücksdrache ist. Du kannst was, was viele nicht können. Du kannst mit Fabelwesen reden und mit ihnen reisen. Meine Königin hat mich losgeschickt, um dich mitzunehmen. Vielleicht klingt das ein wenig seltsam für dich, aber wenn du willst, kannst du mit mir kommen…

Glückskind, 11 Jahre, 13.10.2020

Schlangendrache, Feuersäule, abscheulich, Flügel, mutterseelenallein

Der kleine Drache Schubanu auf dem Nebelberg

Alle Bewohner von Schreibhausen haben mir davon abgeraten, aber ich bin trotzdem losgelaufen. Ich wollte wissen, was es mit den Geschichten von dem alten Herrn Löcherwitz auf sich hat. Er ist ein alter Herr, den alle für kauzig halten. Am Lagefeuer erzählt er gern Geschichten. Einmal hat er dabei vom Nebelberg gesprochen, und einmal war er sogar selbst dort. 

Als ich selbst oben auf dem Nebelberg angekommen bin, war vor mir eine große Höhle. Ich bin ziemlich wagemutig, deshalb schlich ich auch hinein. Plötzlich stand vor mir ein abscheulich aussehender Schlangendrache mit schwarzen Flügeln. Ich schrie auf, als er eine Feuersäule ausstieß. Damerkte ich, dass der Drache total betrübt aussah. Der Arme war ja ganz mutterseelenallein! Da ging ich zu ihm hin und fragte leise: „Warum bist du denn so allein?“ Der Drache heulte los: „Ahalle sind weg, ahaber nuhur, weil ihich so hässlich bin.“ „Ich finde dich nicht hässlich. Wie heißt du eigentlich?“ Der Drache beruhigte sich: „Ich bin Schubanu!“ „Wer hat sich denn überhaupt allein gelassen?“, wollte ich wissen. „Na, der ganze Drachenschwarm. Na ja, eigentlich nur der Anführer.“ „Ah, ich verstehe. Warum bist du denn nicht hinterher geflogen?“ Schubanu grübelte: „Ja, warum eigentlich nicht?“ „Ja, dann los!“, rief ich aus. „Gut, aber du kommst mit! Steig auf!“ Und so wurden wir Freunde.

Bücherpinguin, 10 Jahre, 13.10.2020

Und die schreibende Kaffeekanne schrieb einen ersten Satz aus der Werkstattskiste weiter:

„Susi, die Schlange, hatte furchtbare Halsschmerzen. Da hatte sie eine tolle Idee…“

Sie wollte ihre Mutter fragen, ob sie Bonbons hatte, aber ihre Mutter sagte nur: „Susilein, du weißt doch, dass wir keinen Bonbons haben. Wir sind Schlangen. Da musst du erst zu der Bonbonfabrik von Katze Luna.“ „Okay, Mama“, sagte Susi, packte ihre Sachen und machte sich auf den Weg zur Katze Luna. Die aber sagte, „Geh zur Biene, hole ein Glas Honig und gib es mir. Dann bekommst du was du willst.“ „Okay“, sagte Susi und schlängelte weiter zur Biene. Die aber sagte: „Gehe zum Hahn und hole mir ein Ei.“ Der Hahn aber wollte dafür eine große Erdbeere von der Erdbeerkönigin und so ging es immer weiter, bis die Sonnenblume ein Kleid von der Schneiderin Frau Schlange haben wollte, und klack, hatte die kleine Schlange keine Halsschmerzen mehr.

Kaffeekanne, 11 Jahre, 22.9.2020

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